Wie führe ich ein erfolgreiches Qualifikationsgespräch?


Hierfür müssen Sie zuerst wissen, was ein erfolgreiches Qualifikationsgespräch ausmacht. In Kürze: In dieser Situation geht es um die persönliche Wirkung und Leistungsoptimierung der Mitarbeitenden. Die Führungskraft lernt die Angestellten so zu sehen, wie sich diese selbst wahrnehmen und nutzen diese Perspektive zur Verbesserung ihrer persönlichen Führungskompetenzen. Das Ziel ist es, dass die Mitarbeitenden spätestens nach dem Austausch motiviert und leistungsbereit sind.

1. Schritt: Beginnen Sie das Gespräch mit einem positiven Einstieg!

Mit lobenden Worten können Sie das mulmige Gefühl des Gegenübers beschwichtigen. Überlegen Sie sich nun drei Einstiegssätze, die Sie in solch einer Situation als Angestellte/r hören möchten. Mit diesen Worten setzen Sie den Ton für das Qualifikationsgespräch. Es gibt keinen Grund, um die Mitarbeitenden gleich zu Beginn zu irritieren oder zu verwirren. Starten Sie das Gespräch mit einem herzlichen Dankeschön oder Kompliment, über welches sich die Mitarbeitenden freuen.

2. Schritt: Lernen Sie die Mitarbeitenden durch ihre eigene Brille kennen

In der aktuellen Situation ist es üblich, dass sich Führungskräfte und Mitarbeitende nicht so oft persönlich sehen. Stellen Sie sich nun vor, dass die/den Angestellte/n vor zwei Monaten das letzte Mal gesehen haben. Es interessiert Sie sicher, welche persönliche Leistungen diese Person aus ihrer Sicht mit Stolz vollbracht hat. Dies können Sie beispielsweise mit diesen Fragen herausfinden:

Was ist Ihnen persönlich in den letzten zwei Monaten in Ihren beruflichen Aktivitäten gut gelungen? Auf welche persönliche Leistung sind Sie stolz? Was betrachten Sie als Ihre persönliche Stärke? Wo konnten Sie persönlich Ihre Stärke bewusst einsetzen?

Als Nächstes möchten Sie als Führungskraft sicher wissen, welche Veränderungsmöglichkeiten die Mitarbeitenden bei sich selber erkennen. Diese können mit folgenden Fragen hervorgerufen werden:

Wo sehen Sie persönlich Möglichkeiten, sich in Ihrer persönlichen Wirkung bewusst zu steigern? Wo möchten Sie bei sich Ihre persönliche Wirkung verändern?

3. Schritt: “Wie wollen Sie die persönlichen Veränderungen in Ihrer täglichen Praxis bewusst umsetzen?”

Bei dieser Frage hört die Führungskraft den Mitarbeitenden aktiv zu und lässt sie den Weg zu ihrem Ziel ausführen. Dabei gilt es, dass die/der Angestellte lernt, sich konkret festzulegen.

4. Schritt: Konkrete Vereinbarung!

Die Mitarbeitenden bestimmen, bis zu welchem Zeitpunkt sie die persönliche Veränderung realisieren und der Führungskraft einen Bericht über die erreichten Resultate abgeben.

Kein Gespräch ohne konkrete Vereinbarung! 

5. Schritt: Direkte Qualifikation durch die Führungskraft! 

Natürlich soll sich auch die Führungskraft als Gesprächsleiter/in beteiligen. Hier erwähnen Sie als Führungsperson mindestens drei positive Wirkungspunkte der Mitarbeitenden. Sollten Sie einen weiteren Punkt zur persönlichen Wirkungssteigerung haben, welchen das Gegenüber nicht aufgezählt hat, dürfen Sie dies gerne an dieser Stelle erwähnen. Dabei darf die konkrete Kontrollvereinbarung nicht vergessen gehen!

6. Schritt: Danke für das interessante Gespräch und Verabschiedung! 

Je öfter solche Gespräche geführt werden, umso besser und klarer werden die Stärken und die zu steigernden Potentiale («Schwächen») von beiden Gesprächspartnern herausgearbeitet. Dank konsequenter, häufiger Gespräche werden die Jahresbeurteilungsgespräche für beide Gesprächsteilnehmenden einfacher und konkreter. 

Ein erfolgreiches Qualifikationsgespräch beginnt mit der Einstellung der Führungskraft:

Stärken ausbauen, nicht Schwächen korrigieren! 

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